
Aufgrund seiner geologischen Entstehungsgeschichte ist der Harz reich an Höhlen, Tropfsteinhöhlen, und Steinbrüchen. Die ersten Höhlen entstanden bereits vor 500.000 Jahren. Aus den unzähligen Höhlen verschiedenster Größenordnung finden Sie nachfolgend einige faszinierende, für den Besucherverkehr freigegebene Schauhöhlen.
Die Iberger Tropfsteinhöhle wurde im Jahr 1874 zur Schauhöhle ausgebaute und für Besucher zugänglich gemacht. Sie ist eine der größten Touristenattraktionen im Westharz. Auf Ihrem Weg durch die Höhle bekommen die Besucher zahlreiche Tropfsteine zu sehen, die im Verlauf vieler Jahrtausende gewachsen sind. Man sieht den "Zwergenkönig Hübich“, die "Orgelpfeifen“, den "Backofen der Zwerge“, den "versteinerten Wasserfall“ uvm. . Bis zu 85 Meter geht es unter die Erde. Stets bewundern die Besucher die faszinierende Welt der Stalagmiten und Stalaktiten. Die Höhle ist von der Bundesstraße 242 sehr leicht zu erreichen.
Die beiden Tropfsteinhöhlen Baumannshöhle und Hermannshöhle sind die größten Attraktionen des kleinen Ortes Rübeland. In Jahrmillionen haben sich in diesen Höhlen durch Kalkablagerungen zahlreiche und sehr große Tropfsteine gebildet.
Die Baumannshöhle ist eine der ältesten Schauhöhlen der Welt, in der seit 1646 organisierte Führungen stattfinden. Der größte Hohlraum der Baumannshöhle ist der Goethesaal. Den Saal kann man nicht nur im Rahmen einer Führung bestaunen, er bietet auch die traumhafte Kulisse für Theateraufführungen, Konzerte, Events der besonderen Art.
Die Hermannshöhle wurde 1866 entdeckt. Herrliche Tropfsteine und imposante Sintergebilde kennzeichnen diese Höhle. Die Kristallkammer mit Ihren funkelnden Calzitkristallen zieht jeden Besucher in Ihren Bann. Besondere Attraktionen der Hermannshöhle sind ein künstlich angelegter See mit Grottenolmen, die ''Kristallkammer'' und die 8000-jährige Säule.
Die Einhornhöhle ist mit einer Gesamtlänge von über 600m, die größte begehbare Höhle im Westharz. Sie ist ein Natur- und Kulturdenkmal sowie eine der größten Touristenattraktionen im Südwest-Harz. Jahrhunderte lang wurde die Höhle von Knochensammlern aufgesucht. Bereits 1583 wurde über das Graben nach "Einhörnern" berichtet. Im 17. Jahrhundert wurde erkannt, dass es sich bei den Knochenfunden um fossile Reste von Großsäugetieren, vor allem dem Höhlenbären, nicht aber um das sagenumwobene Einhorn handelt. Das Fabeltier, dass es leibhaftig niemals gegeben hat, war dennoch namens gebend für diese Höhle.
Am südwestlichen Rand des Kyffhäusergebirges, unterhalb der Ruine der Falkenburg und des gleichnamigen Bergsporns, etwa 6 km von Bad Frankenhausen entfernt, liegt die Barbarossahöhle. Sie ist eine der größten touristisch zugänglichen Gipshöhlen in Europa. Die Gesamtlänge der Barbarossahöhle beträgt 800 m, davon sind rund 600 m für Besucher erschlossen. Beeindruckend sind jedoch die gewaltigen Hohlräume, die interessanten Strukturen und bizarren Gebilde, die durch natürliche Kräfte hier entstanden sind.
Die Steinkirche ist eine natürliche Klufthöhle im Dolomit. Einer Überlieferung nach existiert sie bereits seit dem Jahre 732 und wäre damit die älteste Kirche im Harz. Archäologische Ausgrabungen zeigten, dass die Höhle und ihr Vorplatz gegen Ende der Älteren Steinzeit Rentierjägern als Rastplatz diente. Zahlreiche Funde, vor allem Messer, Kratzer und Klingen aus Feuerstein, der Rest einer Knochennähnadel und viele Tierknochen vor allem von Rentieren wurden bei Ausgrabungen geborgen. Heute ist die Steinkirche eines der bedeutendsten Kulturdenkmale Niedersachsens.