
Seit mehr als 100 Jahren werden große Teile des Harzgebietes vom Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen durchquert. Auf den genau einen Meter breiten Gleisen werden jährlich etwa eine Million Fahrgäste befördert. Seit dem ersten, 1887 eröffneten, Teilstück erlebten die Bahnen eine wechselvolle Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen. Heute hat das Streckennetz eine Gesamtlänge von etwa 140 Kilometern und wird vorwiegend von Dampfloks befahren. Die meisten dieser Dampflokomotiven wurden in den 50er Jahren gebaut und stehen seit 1972 unter Denkmalschutz. Je nach Lage unterscheiden sich die Bahnen in Selketalbahn, Harzquerbahn und Brockenbahn. Seit dem Jahre 1905 sind die Strecken dieser Bahnen miteinander verbunden. Die Schmalspurbahnen gehören heute zu den größten Attraktionen im Harz. Sie durchfahren wild-romantische, malerische und ursprüngliche Landschaften. Eine Fahrt mit den Harzer Schmalspurbahnen sollte daher bei keinem Harzurlaub fehlen.
Die Brockenbahn
Die Brockenbahn ist eine hauptsächlich touristisch genutzte Schmalspurbahn. Sie fährt über 19 Kilometer vom kleinen Harzort "Drei Annen Hohne" bis zum Gipfel des Brockens.
Die Selketalbahn
Die Selketalbahn ist die älteste der Harzer Schmalspurbahnen. Sie verbindet unter anderem die Orte Quedlinburg, Gernrode, Alexisbad, Harzgerode, Stiege und Hasselfelde miteinander. Unter den meisten Eisenbahnfreunden gilt die Selketalbahn als die schönste der Schmalspurbahnen im Harz.
Die Harzquerbahn
Die Harzquerbahn ist das Bindeglied zwischen den Schmalspurbahnen im Harz. Am Bahnhof "Eisfelder Talmühle" hat sie einen Anschluß an die Gleise der Selketalbahn und in "Drei Annen Hohne" zur Brockenbahn. Die beiden Endpunkte sind Nordhausen im Süden und Wernigerode am Nordrand des Harzes.
Die Südharzeisenbahn (SHE)
Im August 1899 wurde nach zweijähriger Bauzeit die Südharzeisenbahn in Betrieb genommen. Sie fuhr zwischen Walkenried und Braunlage und war über einen Anschluß bei Sorge seit dem Jahre 1913 mit der heutigen Harzquerbahn verbunden. Dadurch war es z.B. möglich, von Braunlage mit der Bahn bis zum Brockengipfel hinaufzufahren. Die landschaftlich sehr schöne Strecke war bei Einheimischen und Urlaubern gleichermaßen beliebt. Nach der Teilung Deutschlands fuhren die Züge auf der Strecke Walkenried - Braunlage noch bis zum Jahre 1963. Die Gleise des in der Sowjetzone gelegenen Streckenabschnitts der Südharzeisenbahn zwischen Tanne und Sorge wurden bereits fünf Jahre vorher abgebaut.
<< Zurück zur Übersicht Kultur im Harz